Sie sitzt in der Klasse, der Lehrer erzählt etwas, doch sie kann nicht zuhören. Der Junge, der vor ihr sitzt, dreht sich andauernd zu ihr um und macht sich lustig über ihr T-Shirt. Sie hat es von ihrer Oma bekommen und mag es eigentlich, aber jetzt hat sie das Bedürfnis, es sich angeekelt vom Leibe zu reißen. Der Junge hört nicht auf. Sie versucht nicht zuzuhören, doch die Worte lassen sie nicht los. Merkt er nicht, wie sehr sie das verletzt? Sie würde gerne etwas sagen, macht es aber nicht. Schließlich greift ihre beste Freundin ein, der Junge hört lachend auf. Sie schämt sich, dass sie sich nicht selbst verteidigen konnte. Sie schämt sich.
Er steht bei seinen Freunden, sie machen sich über Schwule lustig. Ständig lachen sie. Sie sollen damit aufhören! Er schweigt und kann nichts sagen. Sein älterer Bruder ist schwul, das hat er ihm vor ein paar Tagen erzählt. Ansonsten weiß es keiner. Er will nicht, dass sie so über Schwule reden, denn auch sein Bruder ist einer. Und er liebt seinen Bruder. Die Worte, um seinen geliebten Bruder zu schützen, kann er aber nicht finden. Sie würden ihn auslachen und ihn dumm angucken. Er schämt sich.
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"Hast du Angst?"
"Und wie!"
"Machst du's also nicht?"
"Nein, genau deshalb mache ich es."
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Es gibt diese Menschen, die sprechen können, wenn sie wollen. Diese Menschen, bei denen die Wörter aus dem Mund purzeln, also wäre es keine große Sache, doch du weißt es und ich weiß es: es ist eine große Sache. Es bedeutet so viel, so viel, dass man es nicht messen, nicht realisieren, nicht festhalten kann. Man kann diese Leute nur still anschauen und sich fragen, was für eine Waffe sie besitzen, um den größten aller Gegner, die Angst zu besiegen. Und dann - während man sie weiterhin im Stillen bewundert - leuchtet es einem ein: das ist ihre Waffe. Es ist Mut.
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"Courage is being scared to death... and saddling up anyway." John Wayne
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Du sagst, ich soll Mut haben, doch dieses Wort - so kurz, dass drei Buchstaben schon reichen - haben einen Wert, der unfassbar ist. Mut ist wie ein Schatz und er steht direkt vor mir. Direkt. vor. mir. Und ich stehe da, weiß dass ich diesen Schatz haben möchte und während ich noch überlege, ob ich kneifen oder zugreifen soll, ist es auch schon verschwunden.
erwachsenwerden.
30. August 2013 ♥ Labels: Gedankensturm, Gedicht ♥ 2 x geträumt
Ich merke, dass etwas nicht stimmt.
Ich frage meine Mutter, warum das so ist.
Sie sagt,
das gehört zum Erwachsenwerden.
Ich merke, dass ich traurig bin.
Sehr oft, es wird schon
fast normal.
Ich frage meine Freundin,
ob das bei ihr auch so ist.
Sie sagt: Manchmal,
das gehört zum Erwachsenwerden.
Ich schreie, doch keiner hört.
Ich versuche zu zeigen,
doch keiner versteht.
Es ist so, als ob
Es ist so, als ob
ich eine andere Sprache spreche.
Ich schreie nicht mehr,
bin nur noch stumm.
Lächele und wirke froh.
Ich versuche zu ignorieren,
und weine nur dann,
wenn es dunkel und still ist,
alleine in meinem Bett.
Denn ich weiß, das ist so,
und bald hört es auf.
Das gehört zum Erwachsenwerden.
I believe I can fly
13. August 2013 ♥ Labels: Dialog ♥ 6 x geträumt
"Was machst du da?"
"Ich versuche, zu fliegen."
"Spinnst du, hör auf damit. Du tust dir noch weh."
"Aber meine Seele brennt doch schon! Ein bisschen Schmerz kann ich noch ertragen. Mein Herz ruft danach, ich muss es tun."
"Komm da jetzt sofort runter und hör mit dem Blödsinn auf!"
"Keine Sorge mir passiert nichts. Auf dem Weg nach unten lass ich mir einfach Flügel wachsen."
"Siehst du etwa aus wie ein Vogel?"
"Aussehen: nein, aber ich fühle mich wie einer. Ich muss es einfach tun."
"Autsch."
"Alles in Ordnung bei dir? Tut es weh? Ich habe dir doch gesagt, du sollst nicht springen!"
"Nur ein kleines bisschen. Aber es hat sich gelohnt."
"Du bist doch durchgeknallt."
"Bestimmt."
"Ich verstehe nicht, warum ich auf dich stehe, ernsthaft."
"Du musst das auch machen!"
"Auf keinen Fall!"
"Doch, doch. Glaub mir es ist wunderschön. Es spült alles weg. Alle Sorgen, all den Kummer, die Probleme. Und dieser klitzekleine Moment, wo du schon gesprungen, aber noch nicht gelandet bist, diese Bruchteil einer Sekunde ... da konnte ich wirklich fliegen. Es war bezaubernd, ich kann es nicht beschreiben."
"..."
"Jetzt fällt es mir wieder ein: Deswegen liebe ich dich."
"Ich versuche, zu fliegen."
"Spinnst du, hör auf damit. Du tust dir noch weh."
"Aber meine Seele brennt doch schon! Ein bisschen Schmerz kann ich noch ertragen. Mein Herz ruft danach, ich muss es tun."
"Komm da jetzt sofort runter und hör mit dem Blödsinn auf!"
"Keine Sorge mir passiert nichts. Auf dem Weg nach unten lass ich mir einfach Flügel wachsen."
"Siehst du etwa aus wie ein Vogel?"
"Aussehen: nein, aber ich fühle mich wie einer. Ich muss es einfach tun."
"Autsch."
"Alles in Ordnung bei dir? Tut es weh? Ich habe dir doch gesagt, du sollst nicht springen!"
"Nur ein kleines bisschen. Aber es hat sich gelohnt."
"Du bist doch durchgeknallt."
"Bestimmt."
"Ich verstehe nicht, warum ich auf dich stehe, ernsthaft."
"Du musst das auch machen!"
"Auf keinen Fall!"
"Doch, doch. Glaub mir es ist wunderschön. Es spült alles weg. Alle Sorgen, all den Kummer, die Probleme. Und dieser klitzekleine Moment, wo du schon gesprungen, aber noch nicht gelandet bist, diese Bruchteil einer Sekunde ... da konnte ich wirklich fliegen. Es war bezaubernd, ich kann es nicht beschreiben."
"..."
"Jetzt fällt es mir wieder ein: Deswegen liebe ich dich."
Unerfüllt
29. Juli 2013 ♥ Labels: Gedicht ♥ 7 x geträumt
Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?
Wo sind die Schritte, die keiner geht?
Die Geschichte, die man nicht erzählt?
Das Abenteuer, das niemand erlebt?
Wo ist die Prinzessin, die keiner liebt?
Wo ist mein Herz, wenn es dich nicht gibt?
Danke an E. für die Hilfe!
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